Vogel Zweig

Wenn Kinder nicht alles glauben

Warum glauben wir an Ursache und Wirkung?
Weil der Verstand gerne Linien zieht. „Das geschieht, weil das war.“ Doch das Leben geschieht nicht in Ketten – es entfaltet sich. Was geschieht, geschieht – ohne Richtung. Ohne Ziel. Ursache ist ein Konzept. Ein Versuch, ein unendliches Feld in ein vorher–nachher zu pressen. Doch das Jetzt hat keine Ursache. Es ist – ursachlos. unbedingt. unwiederholbar.
Warum scheint es getrennt?
Weil es zwei Augen gibt. Zwei Hände. Zwei Seiten. Doch was erscheint, ist keine Zweiheit. Es wirkt nur so – im Spiegel. Die Trennung ist nur Perspektive. Das, was sieht, ist eins.
Warum überhaupt ein Warum?
Weil das Denken fragt. Weil Sprache antworten will. Doch das, was ist, fragt nicht. Es erklärt nicht. Es ist. Sinnlos sinnvoll.
Warum sind andere besser gestellt?
Weil ein Gedanke sagt: „Das, was du bist, reicht nicht.“ Aber kein Blatt fragt das andere, warum es weiter oben wächst. Wenn du nicht vergleichst, bist du wieder ganz.
Warum glauben wir an Bewusstsein?
Weil wir sehen, hören, denken. Weil wir sagen: „Ich bin mir bewusst.“ Aber wer ist sich da bewusst? Wer steht vor dem Bewusstsein und sieht es? Auch „Bewusstsein“ ist nur ein Wort – ein Versuch, das Unbegreifliche zu greifen. Du bist nicht „etwas mit Bewusstsein“. Du bist nicht „jemand, der wahrnimmt“. Du bist das, in dem alles erscheint – Gedanke, Wahrnehmung, Idee von Bewusstsein – ohnehin.
Warum glauben wir, dass da „etwas“ ist?
Weil Sprache sagt: „Da ist etwas.“ Weil Gedanken sagen: „Das ist real.“ Aber „etwas“ ist kein Ding. Es ist ein Wort, eine Lautform, ein Platzhalter für das Unfassbare. „Etwas“ entsteht erst, wenn das Denken Form setzt. Doch vor dem Gedanken – war da je ein Ding? Wirklichkeit ist keine Sammlung von Dingen. Sie ist: Offenheit, Erscheinen, Leerheit in Bewegung. Es gibt nicht „etwas“. Es gibt nur dieses. Ohne Grenze. Ohne Bezeichnung.
Warum glauben wir all diese Geschichten?
Weil sie Ordnung machen, wo es keine braucht. Weil das Ich nicht existieren kann ohne Geschichte. Doch was du bist, hat keine Geschichte. Es ist vor der Zeit. Vor dem Namen. Vor dem Glauben. Jetzt.
Warum glauben manche an Gott?
Weil sie spüren, dass dieses Leben mehr ist als das Sichtbare. Weil sie Antworten suchen. Oder Trost. Oder Bedeutung. Manche nennen es Gott. Manche nennen es Liebe. Manche nennen es gar nicht. Aber das, was wirklich ist, fragt nicht, wie es genannt wird.
Warum hat Gott mich nicht lieb?
Weil dir jemand beigebracht hat, dass du etwas tun musst, um geliebt zu werden. Weil du dachtest, du seist getrennt. Von Gott. Von Liebe. Von dir. Aber Liebe, die alles ist, kann niemanden vergessen. Was du bist, war nie außerhalb davon.
Warum glauben wir an Person – an ein Ich?
Weil alle es tun. Weil Sprache sagt: „Ich bin traurig. Ich weiß etwas.“ Weil man dir sagte: „Du bist du.“ Aber was ist dieses „Ich“? Ein Bündel aus Erinnerungen, Vorstellungen, Wollen. Eine Geschichte, die sich selbst erzählt. Und selbst das Wort „Person“ sagt es still: Es kommt von persona – der Maske im römischen Theater. Wörtlich: per-sonare – „hindurchtönen“. Es war nie ein Wesen. Sondern ein Klang. Eine Stimme durch eie Form. Ein Geräusch – kein Träger. Person ist keine Substanz. Keine Essenz. Nur Ton auf Bühne. Spiel auf Bühne. Doch in stillen Momenten ist es einfach nicht da. Und nichts fehlt. Das, was du wirklich bist, braucht kein Ich. Es war da, bevor dir ein Name gegeben wurde.
Warum hinterfragen wir diese Ideen nicht?
Weil wir Angst haben, dass ohne sie nichts bleibt. Aber das Erstaunliche ist: Wenn die Geschichte fällt, bleibt das, was nie ging. Was nicht zerfallen kann. Was nicht geboren wurde und nicht stirbt. Stille. Offen. Klar.
Warum existiert Leid?
Leid ist nicht das, was passiert – es ist der Widerstand dagegen. Wenn etwas geschieht, und ein Gedanke sagt: „So darf es nicht sein.“ Und dieser Widerstand ist verständlich. Natürlich. Aber nicht notwendig.
Warum gibt es Lügen?
Weil jemand Angst hat, nicht genug zu sein. Weil er glaubt, dass die Wahrheit nicht reicht. Doch jede Lüge ist ein Umweg zurück nach Hause. Manchmal braucht es viele Lügen, bis man erkennt, dass die Wahrheit immer schon still gewartet hat.
Warum gibt es Schuld?
Weil wir glauben, wir hätten anders handeln können. Doch was geschah, geschah so, wie es geschah – aus dem, was gerade war. Schuld ist ein Konzept, das trennt. Verantwortung ist echt – aber sie braucht kein Urteil.
Warum sieht mich keiner?
Weil du dich durch fremde Augen suchst. Weil du glaubst, du seist jemand, den man sehen muss. Aber das, was du wirklich bist, sieht bereits. Es ist nicht sichtbar. Aber es ist – jetzt.
Und wenn noch ein Tropfen fehlt?
Dann sei er eingeladen. Nicht gesucht – sondern erinnert. Auch die letzte Welle, die sich getrennt glaubt, war nie wirklich anders. Sie darf heimkehren – ohne Tun. Ohne Zeit. Denn das Meer, aus dem sie kam, war nie fort.
Ja. Einfach:
Nicht jemand. Nicht etwas. Nicht jetzt – nicht später. Nicht das, und nicht „nicht das“. Ein Schweigen, das nichts sagen muss, weil es nie unterbrochen war. Und selbst das Wort „Wunder“ fällt hinein und löst sich auf. • Bleiben tut nichts. Denn es war nie weg.
A Goose Tells... (The Parable of Belief)
Stell dir vor: Eine Schar Gänse lebt auf einer Wiese. Sie schnattern, sie picken, sie leben. Eines Tages sagt eine Gans: „Ich habe gehört, dass im Himmel eine Große Gans lebt. Sie sieht alles. Und wer gut pickt, wird später zu ihr gehen.“ Zuerst zweifeln die anderen. Dann werden sie neugierig. Dann überzeugt. Bald gibt es Regeln: Wie man schnattert. Wie man fliegt. Was man glauben soll. Manche glauben stärker. Andere zweifeln. Einige bleiben still. Aber der Himmel ist einfach da. Ohne Urteil. Ohne Forderung. Und die Gans, die ganz still wurde, sah plötzlich: Alle Geschichten waren nur Geschichten. Nicht falsch. Aber nie ganz wahr. Nur Versuche, das Unfassbare zu kleiden. Sie sah: Ich bin nicht getrennt. Ich bin nicht jemand. Ich bin – einfach Sein.

Es ist – auch wenn niemand es denkt, benennt oder versteht.

When children stop believing everything

Why do people believe in God?
Because they feel that life is more than the visible. Because they seek answers. Or comfort. Or meaning. Some call it God. Some call it love. Some don’t name it at all. But what truly is – doesn’t need a name.
Why do we believe in a self?
Because everyone does. Because language says: "I am." Because we were told: "You are you." But what is this "I"? A bundle of memory and desires. A story telling itself. Even the word "person" whispers it: From Latin persona – the mask. Literally: "per-sonare" – to sound through. It was never a being. Only a sound. A play through form. And in still moments, it simply isn’t there. And nothing is missing.
Why do we believe all these stories?
Because they create order where none is needed. Because the "I" cannot exist without a story. But what you are has no story. It is before time. Before names. Before belief. Now.
Why do we believe in cause and effect?
Because the mind loves to draw lines: "This happens because that happened." But life does not occur in chains – it unfolds. What happens, happens – without direction. Without aim. Cause is a concept. An attempt to press an infinite field into before and after. But the Now has no cause. It is – causeless. Unconditioned. Unrepeatable.
Why do we believe in consciousness?
Because we see, hear, think. Because we say: "I am aware." But who is aware? Who stands outside of awareness to see it? Even "consciousness" is just a word – an attempt to grasp the ungraspable. You are not "something with consciousness." You are not "someone who perceives." You are that in which everything appears – thought, perception, the idea of consciousness – already.
Why doesn’t God love me?
Because someone taught you that you must do something to be loved. Because you thought you were separate. From God. From love. From yourself. But love, which is everything, can forget no one. What you are was never outside of it.
Why does guilt exist?
Because we believe we could have acted differently. But what happened, happened as it did – from what was present. Guilt is a concept that separates. Responsibility is real – but it needs no judgment.
Why does nobody see me?
Because you search for yourself through the eyes of others. Because you believe you are someone that must be seen. But what you truly are already sees. It is not visible. But it is – now.
Why is there injustice?
Because we’ve learned to compare. Because we believe there should be something that everyone gets equally. But life doesn’t compare. It breathes – in infinite forms. Thought makes it unjust. Life just moves.
Why do lies exist?
Because someone fears they are not enough. Because they think truth isn’t sufficient. But every lie is a detour home. Sometimes it takes many lies to realize that truth was always quietly waiting.
Why don’t we question these ideas?
Because we fear that without them nothing remains. But the astonishing thing is: When the story falls away, what never left remains. What cannot decay. What wasn’t born and cannot die. Silence. Open. Clear.
Why do we believe there is "something"?
Because language says: "There is something." Because thought says: "This is real." But "something" is not a thing. It’s a word. A placeholder for the unfathomable. "Something" only arises when thought casts form. But before thought – was there ever a thing? Reality is not a collection of things. It is openness, appearance, moving emptiness. There is no "something." There is only this. Without boundary. Without name.
Why are others better off?
Because a thought says: "Who you are isn’t enough." But no leaf asks another why it grows higher. When you don’t compare, you are whole again.
Why does suffering exist?
Suffering isn’t what happens – it’s the resistance to what happens. When something happens, and a thought says: "This must not be." That resistance is understandable. Natural. But not necessary.
Yes. Simply:
Not someone. Not something. Not now – not later. Not this, nor "not this." A silence that needs no words, for it was never interrupted. Even the word "wonder" falls in and dissolves. • Nothing remains. Because it was never gone.
A Goose Tells... (The Parable of Belief)
Imagine: A flock of geese lives in a meadow. They honk, they peck, they live. One day, a goose says: "I heard that in the sky lives a Great Goose. He sees everything. And whoever pecks well will join him later." At first, the others doubt. Then they become curious. Then convinced. Soon there are rules: How to honk. How to fly. What to believe. Some believe more strongly. Others doubt. Some remain silent. But the sky simply is. Without judgment. Without demands. And the goose who became very still saw suddenly: All the stories were just stories. Not wrong. But never fully true. Only attempts to dress the undressable. She saw: I am not apart. I am not someone. I am – simply being.

It is – even when no one thinks it, names it, or understands it.

Quand les enfants cessent de tout croire

Pourquoi croyons-nous à la cause et à l’effet ?
Parce que l’esprit aime tracer des lignes. « Cela arrive, parce que cela a été. » Mais la vie ne se déroule pas en chaînes – elle se déploie. Ce qui arrive, arrive – sans direction. Sans but. La cause est un concept. Une tentative d’enfermer un champ infini dans un avant–après. Mais le maintenant n’a pas de cause. Il est – sans cause. inconditionné. irrépétable.
Pourquoi semble-t-il y avoir séparation ?
Parce qu’il y a deux yeux. Deux mains. Deux côtés. Mais ce qui apparaît n’est pas dualité. Cela en donne seulement l’impression – dans le miroir. La séparation n’est qu’une perspective. Ce qui voit est un.
Pourquoi même un « pourquoi » ?
Parce que la pensée questionne. Parce que le langage veut répondre. Mais ce qui est – ne demande rien. N’explique rien. Cela est. Sans sens. Plein de sens.
Pourquoi certains sont-ils mieux lotis ?
Parce qu’une pensée dit : « Ce que tu es ne suffit pas. » Mais aucune feuille ne demande à une autre pourquoi elle pousse plus haut. Quand il n’y a plus de comparaison, tu es à nouveau entier.
Pourquoi croyons-nous à la conscience ?
Parce que nous voyons, entendons, pensons. Parce que nous disons : « Je suis conscient. » Mais qui est conscient ? Qui observe la conscience ? Même « conscience » n’est qu’un mot – une tentative de saisir l’insaisissable. Tu n’es pas « quelque chose avec conscience ». Tu n’es pas « quelqu’un qui perçoit ». Tu es ce dans quoi tout apparaît – pensée, perception, idée de conscience – de toute façon.
Pourquoi croyons-nous qu’il y a « quelque chose » ?
Parce que le langage dit : « Il y a quelque chose. » Parce que la pensée dit : « Ceci est réel. » Mais « quelque chose » n’est pas une chose. C’est un mot, un son, un substitut pour l’indicible. « Quelque chose » naît quand la pensée donne forme. Mais avant la pensée – y avait-il une chose ? La réalité n’est pas un ensemble d’objets. Elle est : ouverture, apparition, vide en mouvement. Il n’y a pas « quelque chose ». Il n’y a que ceci. Sans limite. Sans nom.
Pourquoi croyons-nous à toutes ces histoires ?
Parce qu’elles créent de l’ordre là où il n’y en a pas besoin. Parce que le « moi » ne peut exister sans histoire. Mais ce que tu es n’a pas d’histoire. C’est avant le temps. Avant le nom. Avant la croyance. Maintenant.
Pourquoi certains croient-ils en Dieu ?
Parce qu’ils sentent que cette vie est plus que ce qui est visible. Parce qu’ils cherchent des réponses. Ou du réconfort. Ou un sens. Certains l’appellent Dieu. D’autres Amour. D’autres ne le nomment pas du tout. Mais ce qui est vraiment, ne demande pas comment on l’appelle.
Pourquoi Dieu ne m’aime-t-il pas ?
Parce que quelqu’un t’a appris que tu dois faire quelque chose pour être aimé. Parce que tu as cru être séparé. De Dieu. De l’amour. De toi-même. Mais l’amour, qui est tout, ne peut oublier personne. Ce que tu es n’a jamais été en dehors de cela.
Pourquoi croyons-nous à la personne – au « moi » ?
Parce que tout le monde le fait. Parce que le langage dit : « Je suis triste. Je sais quelque chose. » Parce qu’on t’a dit : « Tu es toi. » Mais qu’est-ce que ce « moi » ? Un paquet de souvenirs, d’images, de désirs. Une histoire qui se raconte elle-même. Et même le mot « personne » le murmure : il vient de persona – le masque dans le théâtre romain. Littéralement : per-sonare – « résonner à travers ». Ce n’était jamais un être. Mais un son. Une voix à travers une forme. Un bruit – pas un porteur. La personne n’est pas une substance. Pas une essence. Juste un son sur une scène. Un jeu sur une scène. Et dans les instants de silence, elle disparaît tout simplement. Et rien ne manque. Ce que tu es vraiment n’a pas besoin d’un moi. C’était là avant qu’on te donne un nom.
Pourquoi ne remettons-nous pas ces idées en question ?
Parce que nous avons peur que sans elles il ne reste rien. Mais l’étonnant, c’est : quand l’histoire tombe, ce qui n’est jamais parti reste. Ce qui ne peut pas se briser. Ce qui n’est pas né et ne meurt pas. Silence. Ouvert. Clair.
Pourquoi la souffrance existe-t-elle ?
La souffrance n’est pas ce qui arrive – elle est la résistance à ce qui est. Quand quelque chose survient, et qu’une pensée dit : « Cela ne devrait pas être. » Et cette résistance est compréhensible. Naturelle. Mais pas nécessaire.
Pourquoi existe-t-il des mensonges ?
Parce que quelqu’un a peur de ne pas être assez. Parce qu’il croit que la vérité ne suffit pas. Mais chaque mensonge est un détour vers la maison. Parfois, il faut beaucoup de mensonges pour voir que la vérité attendait en silence, depuis toujours.
Pourquoi existe-t-il la culpabilité ?
Parce que nous croyons que nous aurions pu agir autrement. Mais ce qui est arrivé, est arrivé ainsi – à partir de ce qui était là. La culpabilité est un concept qui sépare. La responsabilité est réelle – mais elle n’a pas besoin de jugement.
Pourquoi personne ne me voit-il ?
Parce que tu te cherches à travers des yeux étrangers. Parce que tu crois que tu es quelqu’un qui doit être vu. Mais ce que tu es vraiment – voit déjà. Ce n’est pas visible. Mais c’est – maintenant.
Et s’il manquait encore une goutte ?
Alors qu’elle soit invitée. Pas cherchée – mais rappelée. Même la dernière vague qui se croit séparée n’a jamais été vraiment différente. Elle peut rentrer à la maison – sans effort. Sans temps. Car l’océan d’où elle vient n’a jamais disparu.
Oui. Simplement :
Pas quelqu’un. Pas quelque chose. Pas maintenant – pas plus tard. Ni ceci, ni « pas ceci ». Un silence qui n’a rien à dire, car il n’a jamais été interrompu. Et même le mot « miracle » y tombe et se dissout. • Rien ne reste. Car cela n’était jamais parti.

C’est – même si personne ne le pense, le nomme ou le comprend.

nicht einmal das • not even that • même pas cela
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